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SBF Persönlich

21.10.2022

© Philipp Hitz. Niklaus Manuel Der heilige Antonius heilt Kranke und Besessene, 1518 - 1520, Kunstmuseum Bern

Philipp Hitz. Der Zürcher Fotograf Philipp Hitz ist in einem eher seltenen fotografischen Bereich tätig.

Seit über 12 Jahren fotografiert er Kunstwerke, Gemälde, Grafik, Dokumente, Skulpturen und kunsthandwerkliche Objekte in ganz Europa. Seine Kund:innen sind Künstler:innen, Galerien, Auktionshäuser, Museen, Firmensammlungen und private Sammler:innen. Seine Aufnahmen sind in zahlreichen Publikationen erschienen. 

Fast 10 Jahre lang leitete er den Fachbereich Fotografie am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) in Zürich. 1994/1995 bildete er sich am Spéos Paris Photographic Institute weiter und assistierte in Paris, London und Zürich. Seit März 2020 ist er wieder freiberuflich tätig. In den vergangenen Jahren hat er mehr als 20’000 Kunstwerke fotografiert.

Seit kurzem ist auch Phillip Mitglied beim SBF. Der Redaktion erzählt er aus seinem Berufsalltag und wie er zur Kunstfotografie fand.
 
Warum hast du das Fotografieren von Kunstwerken zu deinem Schwerpunkt gemacht? Das war Zufall. 2010 bewarb ich mich beim SIK-ISEA als Fotograf. Das Tätigkeitsfeld sagte mir zu. Auch lag das Institut nahe unseres Wohnortes, so liessen sich Beruf und Familie gut verbinden.
 
Was interessierte dich an diesem Fachgebiet? Während 2010 in anderen Fachgebieten die digitale Fotografie schon eine Selbstverständlichkeit war, gab es damals im Bereich der digitalen Museumsfotografie, der digitalen Fotografie von Kunstwerken, zahlreiche Unsicherheiten und Missverständnisse. Qualitätsstandards wie Metamorfoze oder FADGI setzten sich erst später durch. Es war spannend, Teil dieser «Pionierphase» zu sein.

Wie steht es mit der Konkurrenz? Es gibt einige, die sich ernsthaft darauf spezialisiert haben, aber es gibt genug Arbeit, wir konkurrenzieren uns nicht wirklich. Anders verhält es sich bei der Dokumentation von Ausstellungen. Da ist die Konkurrenz grösser.
 
Was war dein spannenstes Kunstwerk-Fotografier-Projekt? Damals an der Fotoschule in Paris meinte ein Lehrer: «You're only as good as your next picture». Ein ambivalentes Credo, dennoch behaupte ich, daran angelehnt, dass das spannendste Projekt immer das unmittelbar Bevorstehende ist. Dies gilt sowohl für die Auftragsfotografie als auch für meine freien Arbeiten.
 
Was ist das Schwierige beim Fotografieren von Kunstwerken? Da es sich um ein möglichst korrektes Dokumentieren handelt – teilweise werden die Aufnahmen auch für Zustandsprotokolle genutzt – sind der Nachbearbeitung meistens enge Grenzen gesetzt. Die Devise «We'll fix it in post!» haut bei solchen Aufträgen selten hin.
 
Wie verläuft deine Zusammenarbeit mit den Künster:innen? Das Fotografieren von zeitgenössischer Kunst setzt oft eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Werk, mit der Absicht der Künstler:innen, voraus. Ein Beispiel dafür sind die Aufnahmen für den Werkkatalog des Berner Künstlers Markus Raetz. Er machte oft den Wahrnehmungsprozess selbst zum Thema seiner Werke. Es war deshalb von grossem Vorteil, dass ich bei den Aufnahmen direkt mit ihm zusammenarbeiten durfte.
 
Du hast dich 2020 selbstständig gemacht eine gute Entscheidung? Ja, trotz der widrigen Umständen eine gute Entscheidung.
 
Welche Erwartungen hast du an die SBF Mitgliedschaft? Im beruflichen Alltag lernt man unterschiedlichste Menschen aus verschiedensten Berufssparten kennen, in meinem Fall natürlich vor allem Kunsthistoriker:innen sowie Künstler:innen, selten jedoch Fotograf:innen. So erhoffe ich mir einen anregenden Austausch.

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