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SBF Persönlich: Simone Mengani

22.11.2021

© Simone Mengani, Spazio Officina e Max Museum Chiasso. 2013

Der Tessiner Fotograf, der aus Perugia stammend, heute in Mendriso (TI) sein Studio führt, arbeitet seit rund 16 Jahren als selbständiger Architekturfotograf. 2004 schloss er sein Architekturstudium an der l’Accademia di architettura in Mendrisio mit dem Diplom ab. 2006 begann er als selbstständiger Fotograf zu arbeiten. Der Autoditakt konzentrierte sich fortan auf die Bereiche Architektur und Reportagen.

 

Mengani ist seit 2014 Mitglied beim SBF und seit 2016 Delegierter der SBF Sezione Svizzera italiana. Im Interview verrät Mengani, warum Fotos auch gut sein können für die Seele und wie er seine Rolle als Delegierter der SBF Sektion sieht.

Was hat dich dazu bewogen, deinen Beruf zu wechseln, und Fotograf zu werden? Nachdem ich zwei Jahre lang als Architekt in einem Studio gearbeitet hatte, brauchte ich eine besinnliche Pause und machte eine dreimonatige Reise nach Argentinien und Chile. Dort traf ich zwei Fotografen, die für National Geographic arbeiteten. Sie nahmen mich mit auf eine viertägige Fotoexpedition auf 5000 Metern über Meer. Es war wunderschön. Das war das, wonach ich gesucht hatte. Wer befielt mir, als Architekt zurück in die Schweiz zu kommen, den ganzen Tag auf einem Bürostuhl zu sitzen und Häuser zu entwerfen, in denen ich nicht leben wollte?

Hast du vorher schon fotografiert oder bist du ins kalte Wasser gesprungen? Ich habe schon immer gerne fotografiert, aber ob ich dies als Amateur tue oder es als Profi, um dabei Geld zu verdienen, das ist etwas anderes. Aber ich habe den Schritt gewagt, weil ich wusste, dass ich es tun musste und es unbedingt tun wollte.

War das nicht ein Risiko? Es war riskant, aber ich mag Risiken und es motivierte mich, mein Bestes zu geben.

Wie hast du dich zum Fotografen weitergebildet? Ich hatte das Glück, drei Jahre lang bei einem guten Fotografen assistieren zu können. Dort habe ich meinen Beruf zu einem grossen Teil gelernt. Daneben arbeitete ich zu 50% als Aushilfsfotograf bei einer Lokalzeitung, konnte mir so ein berufliches Netzwerk aufbauen und Kund:innen finden. Kolleg:innen gaben mir zudem ersten Aufträge als Architekturfotograf.

Weiterbildung ist für mich jeden Tag wichtig, sei es in Workshops mit der SBF Sezione Svizzera italiana oder mit anderen Fotograf:innen. Jeden Tag schaue ich mir Bilder an und versuche zu verstehen, was der oder die Fotografierende erreichen wollte und wie es gemacht wurde.

Wer sind deine Auftraggeber:innen? Heute arbeite ich fast ausschliesslich auf dem Gebiet der Architektur. Ich dokumentiere Grossbaustellen für den Bund, arbeite mit dem Kanton bei der Dokumentation von Kulturgütern (denkmalgeschützte Gebäude wie Kirchen, Denkmäler und Häuser) zusammen und fotografiere für Architekt:innen, Ingenieur:innen und Immobilienbüros.

Gibt es ein prägendes Ereignis? Ein Architekt dankte mir einmal für die Fotos, weil sie ihn mit dem Gebäude versöhnten, das er entworfen und zwei Jahre lang verfolgt hatte. Es war für ihn ein komplexes Projekt voller Kompromisse, und auch der Kunde war sehr anspruchsvoll. Als die Bauarbeiten beendet waren, war er erschöpft und genervt. Die Fotos waren für ihn wie eine «psychologische Kur». Sie brachten ihn dazu, sich mit dem Gebäude zu versöhnen. Fotos sind also nicht nur eine Dokumentation, sie können auch gut sein für die Seele.

Bist du als Architekt, im Gegensatz zu den fotografierenden Nicht-Architekt:innen, im Vorteil? Als ausgebildeter Architekt habe ich ein Auge dafür, die Absichten von Architekt:innen zu erkennen. Wir sprechen dieselbe Sprache.

Wie siehst du deine Rolle als Delegierter der SBF Svizzera italiana? Die Sezione Svizzera italiana befand sich bis vor einigen Jahren in einer Krise. Dank der Hilfe des Zentralverbands (PK) und SBF Mitglied Sabrina Stäubli wurde das gesamte Material auf der Website ins Italienische übersetzt. Das motivierte uns, wieder als Sektion zu starten, und alle leisteten ihren Beitrag.

Ich war der Einzige in der Sektion, der ausreichend Deutsch sprach, also stellte ich mich als Vermittler zwischen der Sektion und der PK zur Verfügung. Aber es ist nicht immer einfach, sich in einer anderen Sprache auszudrücken (google translator funktioniert in Gesprächen nicht). Für die Sektion ist es wichtig zu wissen, dass jemand in der PK ist, der die Interessen einer kleinen Sektion voranbringt.

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