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Persönlich

18.05.2019

© Heidi Hostettler

Heidi Hostettler. Die Quereinsteigerin aus Kriens war in einem früheren Leben Rhythmik- und Musiklehrerin. Heute ist sie begeisterte Unterwasserfotografin. Die SBF Redaktion hat sich mit ihr über ihre aussergewöhnliche Drittausbildung unterhalten.

Wie kamst du zur Unterwasserfotografie? Vor rund 30 Jahren war ich als Tauchlehrerin in Ägypten tätig und habe dort mit einer Nikonos V die ersten Fotos gemacht. Vom Resultat enttäuscht, beschloss ich, zuhause eine Fotografie-Ausbildung anzupacken. Seit 20 Jahren bin ich nun an der ETH Zürich / Departement Physik im Teilpensum als Allround-Fotografin mit Lehrlingsausbildung angestellt. Meine freien Projekte realisiere ich weiterhin unterwasser.
In welchen Ländern fotografierst du? Das Tauchen hat mich in die verschiedensten Winkel und Kontinente geführt. Allerdings fühle ich mich im vertrauten Vierwaldstättersee sehr heimisch und tauche dort ganjährig – im Trockenanzug und gerne im Tageslichtbereich.
Was fasziniert dich an der Unterwasserthematik? Kürzlich war ich dank eines Stipendiums in Steinbrüchen und Baggerseen in Ostdeutschland unterwegs. Dort habe ich in wassergefüllten Tagebauen und Schifferminen eine surreale Welt angetroffen (s. Foto). Solch ungewohnten Einsichten an speziellen Orten werden mich auch weiterhin faszinieren.
Was sind die Schwierigkeiten beim Fotografieren unter Wasser? Eine gute Tarierung (Balance der Wasserlage) ist unerlässlich, sonst wird das Motiv durch aufgewirbelte Sedimente zerstört. Dafür genügt ein ungeschickter Flossenschlag. Damit ich mich trotz einschränkender Tauchmaske aufs Fotografieren konzentrieren kann, muss ich die ganze Bedienung der Tauch-/Fotoausrüstung und das Zeit-Luftmanagement intus haben.
Welche Gerätschaften benötigst du beim Tauchgang? Zuerst muss ICH funktionieren und auch genügend Wärme und Atemgas für mindestens eine dabei Stunde haben. Weiter müssen die Akkus der Kamera, der UW-Blitze, LED-Lampen im Kaltwasser mitmachen. Das Objektiv kann unten nicht gewechselt werden. Die normale Vollformat-Systemkamera wird in ein Alu-Gehäuse eingebaut. Je nach Brennweite wird auch ein Dom oder ein Port montiert. Sämtliche Knöpfe müssen mit mechanischer Übertragung bedienbar sein. Ein Tauchgang ist ein Puzzle aus vielen Variablen!
Dein speziellster Auftrag? Für eine Baufirma mit Berufstauchern machte ich eine Doku über die Verlegung einer Trinkwasserleitung im Bodensee (72 Meter Tiefe). Dazu war Mischgas nötig. Die Dekozeit in der Tauchglocke dauerte über 3 Std., bei 20 Minuten Grundzeit.
 
Neugierig? Hier geht es zur Website von Heidi Hostettler.

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