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SBF Persönlich

19.12.2019

© Beat Ernst

Beat Ernst. Nach dem Studium der Biologie und Geographie an der Universität Basel, zog es den Basler zur Fotografie. Er bildete sich in wissenschaftlicher Fotografie an der Uni Basel und ETH Zürich weiter und absolvierte eine Ausbildung in allgemeiner Fotografie an der Schule für Gestaltung in Basel. Begonnen hat er seine Fotografentätigkeit mit der Erarbeitung eines Bildarchivs für Arznei- und Nutzpflanzen.

Heute ist er selbständiger Fotograf in den Bereichen Wissenschaft, Industrie und Architektur. Als Fotograf begleitet er seit einigen Jahren diverse Grossbauprojekte bei der F. Hoffmann-La Roche AG in Basel. Aus diesen Bildern produziert die Firma Fotobücher, das elfte Buch ist 2019 erschienen, weitere sind in der Pipeline. Zusätzlich ist Ernst Projektleiter, Autor und Fotograf beim Umweltbildungsprojekt regoinatur.ch, einem Online-Portal, das die Natur und den Landschaftswandel der Region Basel während der letzten 500 Jahre dokumentiert. Beim SBF ist er seit 2000 als Rechtsberater für seine Mitglieder tätig.
 
Die Redakion hat Beat Ernst dazu befragt, wie er im Fotografenberuf Fuss gefasst hat, wie ihm der Schritt von der analogen in die digitale Fotografenwelt gelungen ist und wie er, als Vertreter des SBF in der AG Lichtbildschutz, den Einsatz für den Lichtbildschutz erlebt hat.
 
Vom Biologiestudium zur Fotografie – wolltest Du nicht mehr forschen und Pflanzen bestimmen? Es geht in der Biologie ja nicht nur darum, Pflanzen zu bestimmen. Tatsächlich hat mir das Darstellen von Resultaten in Wort und Bild immer mehr Freude gemacht, als die Forschung selber. Als Assistant am Pharmazeutischen Institut der Uni Basel wollte ich in der Vorlesung gutes Bildmaterial verwenden – zum Beispiel Pflanzenportaits oder mikroskopischen Aufnahmen von Pflanzenteilen. Diese Bilder musste ich teilweise selber produzien. In der Folge wurde ich beauftragt, Fotos und Texte für ein Buch über Arzneipflanzen zu liefern. Dadurch schuff ich mir als Fotograf einen Namen auf diesem Gebiet. Das war mein Einstieg als selbstständiger Fotograf.
 
Was hat dich am Beruf des Fotografen und an der Fotografie fasziniert? Mich hat das Lebensgefühl der Selbständigkeit sowie die gestalterische Herausforderung beim Fotografieren angesprochen.
 
Du hast in den 90er Jahren ein Bildarchiv für Nutz- und Arzneipflanzen aus der ganzen Welt aufgebaut. Heute werden solche Bilder vom Internet praktisch kostenlos heruntergeladen. Was bedeutete das für deinen Job? Ein völliger Wechsel von der selbstständigen Archivbildproduktion zur Auftragsarbeit. Das war nicht nur negativ. Zwar konnte ich vom Verkauf meiner Pflanzenbilder nicht mehr leben, konnte jedoch mit der Auftragsarbeit meine fotografischen Fähigkeiten enorm erweitern. Ich war gezwungen, mich in andere, mir noch unbekannte fotografische Gebiete einzuarbeiten wie Mikrofotografie, Industrie- und Sachaufnahmen oder Architekturfotografie und Reportage.
 
Heute arbeitest du vorallem auf Baustellen im Roche-Areal und fotografierst den ganzen Bauprozess. Was heisst das konkret? Baudokumentationen sind vielfältig. Sie beinhalten Events, Reportagen der Bauarbeiten, erste Architekturaufnahmen vom Rohbau bis hin zur klassischen Architekturfotografie fertiger Gebäude. Dabei ist es wichtig, dass ich mich in die Arbeitsprozesse der Bauteams eindenken kann, um zur richtigen Zeit das richtige Foto machen zu können.
 
Für deine Baudokumentationen fotografierst von Dächern und kletterst auf Kranen. Gefährlich? Da kommt mir entgegen, dass ich keine Höhenangst habe. Selbstverständlich brauche ich dafür die nötige Sicherheitsschulung und Ausrüstung.
 
Du hast dich sehr für den Lichtbildschutz eingesetzt. Jetzt wird dieser im Urheberrecht verankert. Was war das für ein Prozess? Was hat er für dich bedeutet? Der Prozess dauerte rund 7 Jahre. Dabei zahlte sich die  Hartnäckigkeit der AG Lichtbildschutz aus, da wir an zahlreichen Sitzungen und Gesprächen mit Anwälten, mit ProLitteris, Politikern und auch politischen Gegnern auf unseren Forderungen bestanden. Ich war als Vertreter des SBF dabei. Dadurch erhielt ich einen spannenden Einblick in das politische Räderwerk der Gesetzgebung. 

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